Die Rempelgrube (das Moshpit) mag für viele wie eine Oase der Anarchie wirken. Das ist falsch. Wir sind schließlich nicht auf einem Rap-Konzert. Es gibt etablierte Regeln die man beim Kauf des Konzert-/Festivaltickets nicht ausgehändigt bekommt (vllt. irgendwo in den AGBs, aber wer liest die schon?).
Damit du für deine erste/nächste Rempelgrube ordentlich gerüstet bist folgen hier die 10 wichtigsten Regeln.

„Wer liegt, kriegt… eine Hand!“ Das oberste Gesetz der Grube: Wenn jemand hinfällt, wird er sofort hochgehievt. Wir sind hier zum Rempeln, nicht zum Trampeln. Wer am Boden bleibt, verliert – und zwar den Anschluss an den Spaß.

„Ellbogen einziehen, keine Windmühlen!“ Das hier ist ein Moshpit, kein Boxring und auch kein Windpark im Münsterland. Wer wild um sich schlägt, fliegt raus. Wir wollen blaue Flecken durch Körperkontakt, keine ausgeschlagenen Zähne.

„Die Grenze ist heilig!“ Die Leute am Rand des Pits sind die „Banden“. Sie halten den Laden zusammen, wollen aber oft selbst nicht geschubst werden. Respektiere die Grenze und schieb niemanden ungefragt rein, der noch friedlich an seinem Bier nippt.

„Schuh verloren? Hoch das Ding!“ Brillen, Handys und Sneaker haben im Moshpit oft eine kurze Lebenserwartung. Wer was findet: In die Luft halten! Wer es vermisst: Dankbar sein und dem Finder beim nächsten Song den Rücken freihalten.

„Hände hoch, Füße aus dem Gesicht!“ Crowdsurfer werden mit Liebe (und stabilen Armen) getragen. Als Surfer: Füße hoch und Körperspannung! Als Träger: Augen auf, damit die Fracht nicht ungebremst auf dem harten Beton einschlägt.

„Finger weg von fremden Körperteilen!“ Null Toleranz für Belästigung. Ein Moshpit ist ein Safespace für Energie und Chaos, kein Freifahrtschein für ungewollte Berührungen. Wer sich nicht benehmen kann, wird von der Community zur Security eskortiert.
Solltest du von einem sexuellen Übergriff betroffen sein such dir Unterstützung. Deine Begleitung, andere Besucher (ggf. sogar Zeugen), oder das Personal vor Ort. Bei größeren Konzerten und Festivals gibt es zusätzlich Awareness Teams die du um professionelle Hilfe bitten kannst. Ansonsten können dir auch Portale wie https://www.hilfe-portal-missbrauch.de oder natürlich direkt die Polizei helfen.

„Lass die Stacheln zu Hause!“ Niemand hat Lust auf ungeplante Akupunktur im Moshpit. Lange Nieten, spitze Ketten oder messerscharfer Schmuck sind im Getümmel gefährliche Waffen. Wer aussieht wie ein mittelalterliches Folterinstrument, bleibt bitte am Rand oder zieht die „Rüstung“ vorher aus. Wir wollen uns rempeln, nicht gegenseitig perforieren.

„Rausgehen ist kein Rage-Quit!“ Wenn die Puste weg ist oder es zu wild wird: Einfach Richtung Rand steuern. Die Leute lassen dich durch. Keiner muss den Helden spielen, bis der Sanitäter kommt. Kurz verschnaufen, Wasser trinken, wieder rein.

„Ein Lächeln heilt jeden Rempler!“ Manchmal erwischt man jemanden härter als geplant. Ein kurzes Abklatschen, ein Daumen hoch oder ein Grinsen zeigt: „Alles cool, keine Absicht.“ Das hält die Stimmung oben.

„Zusammen schwitzen, zusammen feiern!“ Am Ende des Tages sind wir wegen der Musik hier. Pass auf deine Nachbarn auf. Wenn wir alle aufeinander achten, gehen wir alle mit Muskelkater, aber ohne Verletzungen nach Hause.
Hier gehts zu den Arten einer Rempelgrube.